Musiksoftware

Die besten DAWs Teil 1, von Cubase und REAPER bis Pro Tools

Cubase, REAPER, Ableton Live, Studio One (heute Fender Studio Pro) und Pro Tools im Vergleich: was jede DAW gut kann, wo sie schwächelt, welche Editionen es gibt und was sie kosten.

Die besten DAWs Teil 1, von Cubase und REAPER bis Pro Tools

Pro Tools, Ableton, Cubase, Logic, Studio One, Cakewalk: An professionellen Audioprogrammen herrscht kein Mangel, und die Wahl für Job oder Hobby kann ganz schön entmutigend sein.

Was ist also die beste DAW? Oder zumindest: Welche passt am besten zu deinen Wünschen und deinem Workflow?

Jede der großen DAWs macht ihren Job gut und bringt dich problemlos durch die meisten Projekte. Trotzdem hat jedes Programm seine eigenen Stärken und Schwächen. Wir haben zehn ausgewählt, verteilt auf zwei Teile. In diesem ersten Teil: Cubase, REAPER, Ableton Live, Studio One und Pro Tools. Preise und Versionsnummern sind auf dem Stand von November 2026.

Was ist eine DAW eigentlich?

Eine Digital Audio Workstation (DAW) ist Software, mit der du Audio und MIDI aufnimmst, komponierst, bearbeitest und mischst.

In einer DAW legst du mehrere Klangquellen auf eine Zeitleiste und mischst sie zu einem Song. Es gibt viele verschiedene DAWs, jede mit eigenen Stärken und Schwächen.

Wie findest du die richtige DAW?

Trotz unterschiedlicher Optik und Arbeitsweise machen sie im Kern alle dasselbe: Musik aufnehmen, bearbeiten und mischen.

Wenn du die Grundlagen der digitalen Musikproduktion verstanden hast, wird die Wahl der DAW gleich weniger dramatisch. Die Unterschiede liegen vor allem in den Funktionen und in der Art zu arbeiten.

Die beste DAW für dich findest du also, indem du sie ausprobierst. Manche sind kostenlos, manche günstig, und fast alle haben eine kostenlose Testversion. Du kommst also ziemlich weit, ohne tief in die Tasche zu greifen.

Achte beim Testen auf ein paar praktische Dinge. Läuft das Programm auf deinem Betriebssystem (Logic zum Beispiel nur auf dem Mac)? Funktioniert dein Audio-Interface gut damit, unter Windows am besten mit eigenem ASIO-Treiber? Und nutzt du Plugins im AAX-Format, bist du an Pro Tools gebunden, während die meisten anderen DAWs VST3 und auf dem Mac Audio Units laden. Weißt du noch nicht genau, was ein Audio-Interface macht, lies zuerst, was ein Audio-Interface ist und wie du es benutzt.

1: Steinberg Cubase

Steinberg Cubase war eine der ersten kommerziell erhältlichen DAWs und hat bis heute eine große, treue Fangemeinde.

Die aktuelle Version ist Cubase 16, seit dem 4. November 2026 im Handel. Neu sind unter anderem Instrument Stacks, mit denen du mehrere Instrumente auf einer Spur stapelst, und in der Pro-Edition eine Stem-Trennung in sechs Teile. Mehr dazu liest du in unserem Artikel über die neuen Funktionen von Cubase 16.

Cubase begann als reines MIDI-Programm, und die MIDI-Funktionen gehören immer noch zu den stärksten überhaupt. Auch Audio und Mixing sind gut gelöst: Diese DAW kann alles, was die anderen großen Namen auch können.

Steinberg Cubase
Steinberg Cubase

Steinberg hat das VST-Format für Plugins erfunden, deshalb arbeitet Cubase hervorragend mit dem riesigen Berg an (kostenlosen) VST-Plugins zusammen.

Vorteile

In Cubase baust du dir einen Workflow, der wirklich zu dir passt. Viele Filmkomponisten arbeiten zum Beispiel mit eigenen Templates mit Hunderten vorbereiteter Spuren, damit ihre Musik schnell fertig wird. Sie navigieren mit Tastaturbefehlen durch Sessions, finden sofort die richtigen Spuren und arbeiten so schneller. Cubase ist genau für diese Art Maßarbeit gebaut.

Der Logical Editor und der Project Logical Editor sind zwei Funktionen, die es nur bei Steinberg gibt. Der Project Logical Editor kann dir Stunden stupider Arbeit ersparen. So baust du ein Preset, das prüft, ob ein Spurname das Wort "Strings" enthält. Falls ja, färbt Cubase die Spur automatisch gelb, und deine Session ist sofort übersichtlicher.

Cubase hat einen der stärksten MIDI-Editoren überhaupt und ist deshalb bei Komponisten ein Hit.

Mit dem Logical Editor baust du eigene MIDI-Bearbeitungsbefehle. Angenommen, du hast ein Drumpattern im 4/4-Takt über 128 Takte programmiert und willst die Kick auf der ersten Zählzeit jedes Takts lauter haben. In anderen DAWs hältst du Shift gedrückt, klickst jede Kick auf der Eins an und machst sie dann lauter. Mit dem Logical Editor baust du ein Preset, das in einem markierten Bereich automatisch die erste Zählzeit jedes Takts auswählt und alles mit einem Klick erledigt.

Zugegeben: Beide Editoren brauchen Zeit zum Einrichten und sind eher etwas für die nerdigsten Producer und Engineers. Aber sie sparen viel Zeit bei Aufgaben, die keiner gern macht. Eigene Tastaturbefehle vergibst du in Cubase ganz einfach, sogar für deine selbst gebauten Presets im Logical Editor und Project Logical Editor.

MIDI-Bearbeitung geht in Cubase schnell und fühlt sich natürlich an, und mit Multiclip-Editing siehst du die Noten mehrerer Instrumentenspuren gleichzeitig.

Nachteile

Steinberg lässt dich an praktisch jede Einstellung in Cubase heran. An einem gemeinsam genutzten Arbeitsplatz in einem Studio mit mehreren Nutzern kann das lästig sein, weil die Setups viel stärker voneinander abweichen können als bei anderen DAWs.

Für Einsteiger kann Cubase auch überwältigend sein. Wer nur schnell eine Idee aufnehmen will, braucht keine eigenen Tastaturbefehle und endlosen Menüs.

Ein alter Kritikpunkt ist allerdings verschwunden. Früher brauchtest du einen USB-Dongle, den eLicenser. Seit Cubase 12 aktivierst du die Software einfach online über Steinberg Licensing, auf bis zu drei Computern gleichzeitig. Auch der alte Unterschied zwischen PC und Mac spielt kaum noch eine Rolle: Cubase läuft auf beiden gut, auch nativ auf Macs mit Apple Silicon.

Kurz gesagt

Cubase ist eine extrem anpassbare DAW, in der du dir mit Templates, Tastaturbefehlen, Makros und mehr deine eigene Umgebung baust. Viele Nutzer behandeln es wie ein eigenes, maßgeschneidertes Instrument. Topkomponisten für Film und Fernsehen arbeiten damit, ebenso große Musikproduzenten, und es macht komplexe Projekte besser beherrschbar. Für Einsteiger oder jemanden, der nur ein paar Spuren aufnehmen und mischen will, ist es vielleicht nicht das praktischste Programm.

Cubase gibt es in drei Editionen. Je mehr Optionen, desto teurer. Elements hat weniger Spuren und Plugins, Artist reicht den meisten Homestudio-Producern, und Pro hat alles, inklusive der ausführlichen Stem-Trennung und der fortgeschrittenen Mixfunktionen.

Eine Übersicht der Unterschiede findest du auf der Website von Steinberg. Eine kostenlose Testversion lädst du ebenfalls dort herunter.

Cubase Elements 16 kostet 99,99 Euro
Cubase Artist 16 kostet 299 Euro
Cubase Pro 16 kostet 599 Euro

Das sind die unverbindlichen Preise von Steinberg. Ein paar Mal im Jahr gibt es Aktionen, bei denen alle Editionen deutlich günstiger sind, Eile ist also selten nötig.

2: REAPER

REAPER (Rapid Environment for Audio Production, Engineering, and Recording) kommt von Cockos, der Firma von Justin Frankel. Er hat vorher den Audioplayer Winamp und das Peer-to-Peer-Netzwerk Gnutella geschrieben.

Es ist eine leistungsstarke, flexible DAW ohne technische Kompromisse, und die aktuelle Version 7 läuft auf Windows, macOS und Linux.

REAPER hat eine voll funktionsfähige Testversion für 60 Tage. Eine Lizenz für privaten Gebrauch oder kleine Firmen mit weniger als 20.000 Dollar Jahresumsatz kostet 60 Dollar, eine kommerzielle Lizenz 225 Dollar. Für das, was du bekommst, ist das wirklich nicht teuer. Eine Lizenz gilt außerdem für zwei Hauptversionen: Wer unter Version 7 kauft, bekommt auch alle Updates von Version 8 kostenlos.

REAPER
REAPER

REAPER kennt keine Spurtypen: Jede Spur kann alles, was du brauchst (Audio, MIDI, Video, Busse), und das macht das Arrangieren sehr einfach.

REAPER ist eine gute Wahl, wenn du gerade anfängst, gibt aber auch Profis alle Funktionen, die sie brauchen.

Einsteiger drücken einfach auf Record. Erfahrene Nutzer tauchen in die umfangreiche Routing-Matrix ein oder programmieren mit ReaScript alles vom einfachen Makro bis zur kompletten Erweiterung.

Vorteile

Dank seiner offenen Architektur kann die Community REAPER komplett umgestalten. Du kannst zum Beispiel Themes herunterladen, die wie Cubase oder Pro Tools aussehen.

REAPER startet in wenigen Sekunden, schneller als jede andere DAW in dieser Liste, und gilt als sehr stabil.

Der Download ist mit rund 20 MB auch winzig. Ja, Megabyte.

Mit "Anticipative FX Processing" rechnet REAPER Plugins voraus, wenn das möglich ist. Dein Computer kommt so weniger schnell ins Stocken, und du kannst mit niedriger Latenz aufnehmen. Viele nennen REAPER "die Crowdsourcing-DAW", weil die Entwickler gut auf die Nutzer hören und laufend Funktionen ergänzen, die sich die Community wünscht.

Praktisch sind auch Projekte in Tabs: Du öffnest mehrere Projekte gleichzeitig und ziehst Inhalte, auch Instrumente und Plugins, von einem Projekt ins andere.

Weil es keine verschiedenen Spurtypen gibt (MIDI, Instrument, Mono, Stereo), sondern nur eine Sorte Spur für alles, wirkt REAPER nach kurzer Eingewöhnung sehr logisch.

Nachteile

Sehr viele Optionen, und die sitzen nicht immer an einer logischen Stelle. Du musst also manchmal suchen, und es wirkt etwas unübersichtlich. Daran gewöhnst du dich aber. Auch die mitgelieferten Instrumente sind mager: Für gute virtuelle Instrumente bist du auf Plugins anderer Hersteller angewiesen.

Kurz gesagt

Willst du Teil einer Community fanatischer Tech-Geeks werden, die gern an ihrer Workstation schrauben, ist REAPER vielleicht deine DAW. Sie ist leistungsstark, läuft sehr effizient und lässt sich fast endlos anpassen. Wegen des Preises und des schnellen Starts ist sie auch ein guter Einstieg, wenn du neu bist.

Alle Infos und die kostenlose Testversion findest du auf der offiziellen Website.

3: Ableton Live

Ableton Live ist wahrscheinlich eines der meistgenannten Programme, wenn es um DAWs geht.

Der Ruf kommt nicht von ungefähr. Mit der Session View hörst du Loops ganz einfach an und setzt Ideen zusammen, deshalb ist Live vor allem bei elektronischen Producern beliebt.

Ableton ist im Grunde ein enorm guter Sampler und Looper, und mit den mitgelieferten Sampling- und Synthese-Instrumenten ein Kraftpaket fürs Sounddesign. Auch der Rest der mitgelieferten Plugins ist gut, mit EQs, Delays, Reverbs, Kompressoren und vielem mehr.

Ableton Live
Ableton Live

Die aktuelle Version ist Live 12, seit März 2024 auf dem Markt. Ableton hat darin die MIDI-Werkzeuge um Generators und Transformations erweitert, die dir zum Beispiel einen Rhythmus oder Akkorde vorschlagen oder eine vorhandene Spur umbauen. Dazu kamen Tonart- und Skalenfunktionen, die im ganzen Programm greifen. Mit Update 12.3 bekam Live Suite eine Stem-Trennung, mit der du Gesang, Drums, Bass und den Rest aus einer Stereodatei holst.

In Live Suite steckt außerdem Max for Live, die Umgebung, in der du eigene Instrumente, Effekte und Werkzeuge baust oder die von anderen herunterlädst. Das macht Live zu einem der flexibelsten Sounddesign-Tools überhaupt.

Vorteile

MIDI-Mapping geht rasend schnell: Du drückst Command+M (Strg+M unter Windows), klickst einen Regler in einem Synth oder Effekt an, bewegst einen Regler an deinem MIDI-Controller, und die Zuordnung steht. So mappst du deinen Controller auf deine Lieblingssynths für eine Liveshow oder schnell ein paar Fader auf einzelne Spuren.

Für Liveauftritte kommt fast nichts an Ableton heran.

Deshalb ist Live auch eine schöne DAW für Producer, die beim Mischen gern an echten Reglern drehen.

MIDI-Bearbeitung geht in Ableton schnell. Ein paar fortgeschrittene Funktionen von Logic und Cubase fehlen, aber du erzielst damit gute Ergebnisse und findest schnell heraus, wie du Live dazu bringst, das zu tun, was du willst.

Das Drum Rack ist eine der angenehmsten Arten, schnell Beats zu bauen. Mit Collections ordnest du deine Lieblingssounds, Presets, MIDI-Dateien und mehr, damit du sie beim nächsten Projekt sofort zur Hand hast.

Ableton hatte von Anfang an einen der besten Warping-Algorithmen, und für viele Nutzer ist es immer noch der schnellste Weg, Audioloops ins Tempo zu bringen. Übertreibst du es, hörst du das in deiner Produktion, in Maßen bleibt es aber erstaunlich transparent.

Nachteile

Ableton hat ein paar sehr fortgeschrittene Funktionen wie Max for Live, aber es fehlt auch noch einiges.

Wer viel Audio schneidet, ist mit Live weniger gut bedient. Comping mehrerer Takes geht seit Live 11, aber die Bearbeitungsfunktionen für lange Aufnahmen sind weniger umfangreich als in Pro Tools oder Cubase. Auch für Arbeit zum Bild, etwa Filmmusik mit Timecode, gibt es bessere Programme.

Kurz gesagt

Ableton wird immer beliebter und ist die fortschrittlichste DAW für Liveauftritte.

Es ist ein schnelles, inspirierendes Werkzeug, um Ideen festzuhalten, auch dank der praktischen Möglichkeiten, deine Lieblingsplugins und -sounds zu speichern und wieder aufzurufen. Bist du Producer oder Musiker und willst Elektronik in dein Liveset bringen? Dann solltest du es auf jeden Fall ausprobieren.

Nimmst du vor allem Bands, Musiker und Sänger auf oder schreibst du Filmmusik, gibt es bessere Optionen.

Ableton Live 12 Intro kostet 79 Euro
Ableton Live 12 Standard kostet 279 Euro
Ableton Live 12 Suite kostet 599 Euro

Intro ist auf 16 Spuren und eine kleinere Auswahl an Instrumenten und Effekten beschränkt. Bei vielen Audio-Interfaces und MIDI-Keyboards liegt außerdem kostenlos Live Lite bei. Die Editionen vergleichst du auf der Website von Ableton.

4: Studio One, heute Fender Studio Pro

Studio One kam 2009 auf den Markt und ist damit eine der jüngeren DAWs. 2021 übernahm Fender den Hersteller PreSonus, und seit Januar 2026 heißt das Programm Fender Studio Pro 8. Es ist der direkte Nachfolger von Studio One Pro 7, wer Studio One kennt, fühlt sich also sofort zu Hause.

Studio One macht in vielen Bereichen eine gute Figur, glänzt aber beim Arrangieren und Komponieren. So wandelst du MIDI in Notenschrift um und erstellst druckbare Partituren und Leadsheets aus den Parts, die du in der DAW einspielst.

Das Programm arbeitet auch gut mit Hardware zusammen, sodass du Outboard-Geräte leicht in deinen Workflow einbindest.

Studio One
Studio One

Das Konzept "Songwriting first" macht schnelles Komponieren einfach. Mit der Show Page nutzt du dasselbe Programm auch auf der Bühne, für Backingtracks und virtuelle Instrumente.

Studio One war lange ein Underdog, und das ließ Raum für Neues. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Vorteile

Studio One war die erste DAW, die Melodyne über ARA direkt ins Programm holte. Du bearbeitest Tonhöhe und Timing von Gesang also direkt auf der Zeitleiste, ohne Audio erst hin und her zu schicken. Bei aufwendigen Gesangssessions ist das ein großer Vorteil.

Der Workflow in Studio One ist auf schnelles, flüssiges Arbeiten ausgelegt.

Auch die eigene Mastering-Seite ist besonders. Die eingebaute Loudness-Messung zeigt dir sofort, ob deine Mixe mit dem mithalten können, was auf den Streamingdiensten läuft.

Studio One fühlt sich an wie eine Mischung aus Logic und Cubase, im Aufbau des Hauptfensters und bei den wichtigsten Befehlen. Der MIDI-Editor kommt Cubase-Nutzern bekannt vor, erinnert in der Praxis aber eher an Logic. Es gibt auch eine Makrofunktion, die dem Project Logical Editor von Cubase ähnelt.

Ein großer Unterschied: Du kannst MIDI in Audio umwandeln, ohne dass die MIDI-Daten verschwinden. Das funktioniert fast wie eine Freeze-Funktion. Willst du später Akkorde oder Melodie ändern, gehst du einfach zurück zu MIDI.

Auch praktisch: Mit der Feststelltaste machst du die QWERTZ-Tastatur zur Musiktastatur. Vielleicht das erste Mal, dass eine DAW etwas Sinnvolles mit dieser Taste anstellt.

Fender hat in Version 8 unter anderem eine KI-Stem-Trennung, eine Funktion, die Audio in MIDI-Noten umwandelt, sowie Fender-Amp- und Effektmodelle ergänzt. Zur Software gehören rund 200 GB Loops und Samples.

Nachteile

Die Nutzergemeinde ist kleiner als die von Pro Tools oder Cubase, beim Austausch von Sessions mit anderen Studios bist du also manchmal etwas weniger flexibel. Und der Namenswechsel sorgt vorerst für Verwirrung: Tutorials und Foren sprechen noch jahrelang von Studio One.

Immer mehr DAWs wie Logic und Cubase unterstützen ebenfalls ARA. Melodyne in der DAW ist also längst nicht mehr so exklusiv für Studio One wie früher.

Kurz gesagt

Studio One ist schnell gewachsen und bekam zügige, umfangreiche Updates. Unter Fender scheint das weiterzugehen, auch wenn der neue Name noch gewöhnungsbedürftig ist. Für Gesangsaufnahmen und Songwriting ist es eine der angenehmsten DAWs, und ein persönlicher Favorit in dieser Liste.

Die alten Editionen Prime, Artist und Professional gibt es nicht mehr, und auch den früheren Abodienst Sphere nicht. Es gibt jetzt eine Vollversion, als Kauflizenz oder im Abo. Früher lag Studio One Artist vielen PreSonus-Interfaces bei, etwa dem Studio 24c. Kaufst du so ein Interface, schau nach, welches Softwarepaket heute dabei ist.

Fender Studio Pro 8 kostet als Kauflizenz 199,99 Dollar. Bei Thomann steht es für 178 Euro.
Das Abo Studio Pro+ kostet 19,99 Dollar im Monat oder 179,99 Dollar im Jahr, mit zusätzlichen Inhalten und einer Kauflizenz dazu.
Ein Upgrade von Studio One 7 kostet 99,99 Dollar.

5: Pro Tools

Pro Tools ist seit Jahrzehnten der Standard in der professionellen Studiowelt und das Programm, das du in fast jedem großen Studio findest. Es ist für klassische Aufnahmen gemacht und in jedem Teil davon stark.

Tontechniker lieben es wegen des schnellen Audioschnitts und der Mixumgebung. Und weil die meisten Profistudios es nutzen, tauschst du Sessions leicht aus.
Die Lernkurve ist etwas steiler als bei anderen DAWs, aber es lohnt sich, Zeit zu investieren, wenn du irgendwann in einem Profistudio arbeiten willst.

Pro Tools
Pro Tools

Pro Tools gibt es in vier Varianten. Pro Tools Intro ist kostenlos und ersetzt das frühere Pro Tools First. Du bekommst 8 Audiospuren, 8 Instrumentenspuren, 8 MIDI-Spuren und 4 Aux-Spuren. Darüber liegen Artist, Studio und Ultimate, die Version für große Studios und Postproduktion mit HDX-Hardware.

Deine Lizenz verwaltest du über iLok. Das geht mit einem USB-Dongle, aber auch einfach auf deinem Computer oder in der Cloud.

Vorteile

Weil praktisch jedes professionelle Aufnahmestudio, vor allem in den USA, Pro Tools hat, ist es eine gute DAW, die man kennen sollte. Trotz aller Konkurrenz gehört Pro Tools immer noch zu den meistgenutzten Programmen.

Der MIDI-Editor ist in den letzten Jahren deutlich besser geworden. Für professionelle Arbeit ist er gut brauchbar, auch wenn Logic und Cubase stärker bleiben, und virtuelle Instrumente und Audioclips bearbeitest du damit ohne Umstände.

Der MIDI-Editor in Pro Tools wird immer besser, holt Logic und Cubase aber noch nicht ein.

Pro Tools hat starke Tastaturbefehle für den Audioschnitt. Damit ist es ideal für Engineers und Producer, die vor allem mit Aufnahmen arbeiten und weniger mit Klängen, die nur im Rechner entstehen. Das eingebaute Elastic Audio und Elastic Pitch arbeiten ziemlich transparent und erlauben kräftige Eingriffe in aufgenommenes Material.

Bist du Komponist oder Producer, ist es praktisch, dass die meisten professionellen Mischer Pro Tools nutzen. Hast du deine Musik im selben Programm gemacht, schickst du die Session direkt zum Mischen weiter. Das spart viel Zeit beim Exportieren einzelner Spuren, das du sonst erledigen musst, wenn du eine andere DAW als dein Mischer verwendest.

Nachteile

Der MIDI-Editor muss noch wachsen, bevor er mit Logic und Cubase mithält.

Avid drängt die Nutzer außerdem deutlich in Richtung Abo. Kauflizenzen gibt es noch, aber nur über autorisierte Händler, und für Updates zahlst du dann einen jährlichen Upgrade-Plan. Pro Tools lädt auch nur Plugins im AAX-Format, also funktioniert nicht jedes VST-Plugin, das du in einer anderen DAW nutzt.

Kurz gesagt

Schreibst du und nimmst du mit echten Instrumenten auf, arbeitest du mit viel Audio oder nimmst du Bands und andere Ensembles auf? Dann ist Pro Tools vielleicht eine gute DAW für dich. Nicht umsonst arbeiten die bekanntesten Mischer der Welt wie Eddie Kramer, Bob Power und Tom Lord-Alge seit Jahrzehnten damit.

Gleichzeitig bieten die anderen DAWs viele derselben Funktionen, oft für deutlich weniger Geld. Überleg also, ob du professionell arbeiten und viele Sessions zum Mischen oder Mastern weiterschicken willst. Wenn nicht, bist du mit einer günstigeren DAW genauso gut bedient.

Die Unterschiede zwischen den Versionen stehen auf der Website von Avid.

Pro Tools Intro ist kostenlos.
Pro Tools Artist kostet 99 Dollar im Jahr oder 199 Dollar als Kauflizenz.
Pro Tools Studio kostet 299 Dollar im Jahr oder 599 Dollar als Kauflizenz.
Pro Tools Ultimate kostet 599 Dollar im Jahr.

Das sind die Dollarpreise von Avid. In Euro unterscheiden sie sich je nach Händler.

Zum Schluss

Ein ordentliches Stück Text, aber eine DAW zu wählen, die du vielleicht jahrelang nutzt, ist eben nicht einfach. Ich selbst habe jahrelang mit Sonar gearbeitet, später mit Cakewalk by BandLab, und heute vor allem mit Studio One.

Beides sind gute Programme, und es ist schwer zu sagen, dass eines besser ist als das andere. Probier möglichst die Testversionen aus, schau dir ein paar Videos an und lies dich ein, bevor du das Portemonnaie zückst. Logic, FL Studio, Cakewalk, GarageBand und noch einmal REAPER findest du in Teil 2 dieser Übersicht.