Musiksoftware

Die besten DAWs Teil 2, von Cakewalk und FL Studio bis Logic Pro

Fünf bekannte DAWs im Vergleich: Cakewalk (heute Sonar und Next), REAPER, FL Studio, Logic Pro und GarageBand. Was sie können, wo sie schwächeln, was sie kosten und für wen sie sich eignen.

Die besten DAWs Teil 2, von Cakewalk und FL Studio bis Logic Pro

In Teil 1 ging es um Cubase, REAPER, Ableton Live, Studio One und Pro Tools. In diesem Teil schauen wir uns fünf weitere bekannte DAWs (Digital Audio Workstations, also Musiksoftware) an: Cakewalk, REAPER, FL Studio, Logic Pro und GarageBand. Preise, Versionen und Verfügbarkeit sind auf dem Stand von November 2026.

REAPER steht in beiden Teilen. Das war ursprünglich ein Versehen, aber die DAW ist beliebt genug für einen zweiten Auftritt, und hier liegt der Schwerpunkt etwas anders.

1: Cakewalk, heute Sonar und Next

Cakewalk Sonar war früher eine vollwertige DAW mit stolzem Preis. Als BandLab Cakewalk 2018 übernahm, wurde das Programm als Cakewalk by BandLab kostenlos. Diese Zeit ist inzwischen vorbei.

BandLab hat Cakewalk by BandLab durch zwei neue Programme ersetzt. Cakewalk Sonar ist der direkte Nachfolger, mit überarbeiteter Oberfläche und allen Aufnahme-, Bearbeitungs- und Mixfunktionen des alten Programms. Cakewalk Next ist ein einfacheres Programm, um schnell Ideen auszuarbeiten, und läuft auf Windows und Mac. Sonar bleibt ein Windows-Programm. Die Lizenzen des alten Cakewalk by BandLab werden seit August 2025 nicht mehr verlängert.

Cakewalk by BandLab DAW
Cakewalk by BandLab, der Vorgänger von Cakewalk Sonar

Sonar eignet sich wie eh und je vor allem für Windows-Laptops, Hybridgeräte und Tablets mit Touchscreen.

Was kann es alles?

Cakewalk geht auf SONAR Platinum zurück, ein Softwarepaket, das einmal 499 Dollar kostete. Ich habe es selbst gern benutzt und damals auch ordentlich dafür bezahlt. Nicht lange danach war beim alten Cakewalk Schluss, und BandLab übernahm.

Mit Sonar komponierst du, nimmst auf, bearbeitest, mischst und masterst. Es arbeitet mit unbegrenzt vielen Spuren (Audio, MIDI, Instrument und Hilfsspuren), hat eine gute Audio-Engine und unterstützt VST3 und Touchscreens.

Es kann manchmal voll und unaufgeräumt wirken.

Das Layout erinnert an ein analoges Mischpult. Die alte Oberfläche war gut durchdacht, aber angestaubt. In Sonar wurde sie gründlich aufgefrischt.

Reverb, resonante Filter, Kompression, EQ, Band- und Konsolen-Emulation, Peak Limiting und Röhrensättigung gehören zu den mitgelieferten Effekten, und die sind richtig gut.

Ein nettes Extra sind die Themes, mit denen du das Aussehen deiner DAW änderst. Du kannst sie auch selbst bauen.

Sieh dir ein Video über Cakewalk by BandLab an:

Kostenlos war gestern

Sonar und Next installierst und aktivierst du über das Cakewalk Product Center und ein BandLab-Konto. Für den vollen Funktionsumfang brauchst du eine BandLab Membership. Laut BandLab kostet die 14,99 Dollar im Monat oder 99 Dollar im Jahr. BandLab hat die Bedingungen seit dem Start ein paar Mal geändert, schau also auf cakewalk.com nach, was gerade kostenlos ist und was nicht.

Kurz gesagt

Die Oberfläche ist nicht jedermanns Sache, und der Workflow passt nicht zu jedem. Ich habe es jahrelang gern benutzt, aber für eine neue Generation von Producern wirkt es vielleicht etwas altmodisch. Der größte Verlust ist der Preis: Die vollwertige Gratis-DAW, die Cakewalk by BandLab war, gibt es nicht mehr. Suchst du heute eine kostenlose DAW, sind GarageBand (Mac) und das kostenlose Pro Tools Intro aus Teil 1 die naheliegenden Alternativen.

Cakewalk Sonar und Cakewalk Next lädst du über cakewalk.com herunter.

2: REAPER

REAPER (Rapid Environment for Audio Production, Engineering, and Recording) kommt von Cockos, der Firma des Entwicklers, der auch den Audioplayer Winamp und das Peer-to-Peer-Netzwerk Gnutella geschrieben hat. Es ist eine flexible, leistungsstarke und anpassbare DAW ohne technische Abstriche, für Windows, macOS und Linux.

REAPER hat eine voll funktionsfähige Testversion für 60 Tage. Eine Lizenz für den privaten Gebrauch oder eine kleine Firma kostet 60 Dollar, eine kommerzielle Lizenz 225 Dollar. Damit hat REAPER das beste Preis-Leistungs-Verhältnis aller kostenpflichtigen DAWs. Es gibt keine Spurtypen: Jede Spur kann alles (Audio, MIDI, Video, Busse), und das macht das Arrangieren einfach.

REAPER DAW
REAPER

Für Einsteiger und erfahrene Nutzer ist REAPER eine hervorragende Wahl.

Was kann es alles?

REAPER wächst weiter als fast kostenlose, voll ausgestattete Mehrspur-DAW für Audio und MIDI, auf Grundlage des Feedbacks der Online-Community. Die Entwickler hören gut zu.

Die Installation ist klein und das Programm zielstrebig. Es arbeitet mit praktisch jedem System, jedem Interface und jedem gängigen Pluginformat, außer AAX. Es wirkt manchmal altmodisch, wurde mit Version 6 und später Version 7 aber deutlich modernisiert, unter anderem mit besserer Unterstützung für viele Prozessorkerne und Surround- und Atmos-Formaten mit bis zu 128 Kanälen pro Spur.

Die kompakte Bauweise der DAW ist Vorteil und Nachteil zugleich.

Neben normalen Musikaufnahmen kannst du auch Video dazumischen: Das Arrangierfenster kombiniert Audio, MIDI, Video und Bilder. Die mitgelieferten Effekte gehen sparsam mit CPU und Speicher um. Über ein lokales Netzwerk kannst du Plugins sogar auf anderen Computern rechnen lassen.

Sieh dir ein Video über REAPER an:

Alles an der Oberfläche, von den Farben bis zum Layout, kannst du nach deinem Geschmack einrichten, und die Nutzer teilen jede Menge Skripte und Themes.

Nicht jeder denkt bei der Wahl einer DAW sofort an REAPER, vor allem weil es ab Werk nicht sehr modern aussieht. Es hat aber eine treue Nutzergemeinde und gehört deshalb zu den am besten unterstützten DAWs, für 60 Dollar.

Kurz gesagt

Willst du schnell und effizient aufnehmen und mischen, ist REAPER eine prächtige DAW.

Du kaufst es für 60 Dollar, und es braucht wenig Platz. Die mitgelieferten Instrumente sind mager, aber für Aufnahme, Overdubs und flexibles Routing hast du alles.

Die kompakte Bauweise hat zwei Seiten. Sie belastet deinen Computer kaum, aber für gute virtuelle Instrumente bist du schnell auf Plugins anderer Hersteller angewiesen.

Die Testversion hört übrigens nicht auf zu funktionieren, wenn die 60 Tage vorbei sind. Du bekommst nur beim Start einen Hinweis. Aber die 60 Dollar ist REAPER auf jeden Fall wert.

Die kostenlose Testversion von REAPER lädst du auf reaper.fm herunter.

3: FL Studio

FL Studio, im Volksmund oft noch FruityLoops genannt (der ursprüngliche Name, als es 1998 erschien), ist zu einem ernsthaften Softwarepaket herangewachsen.

Es ist nach wie vor stärker auf elektronische Musik im Rechner ausgerichtet als auf Aufnahmen von Bands mit akustischen Instrumenten, aber du kannst damit fast jede Art von Audioprojekt umsetzen. Es läuft auf Windows und Mac.

FL Studio DAW
FL Studio

Kennst du FL Studio noch aus den Anfangsjahren, wirst du staunen, wie weit das Programm gekommen ist. Image-Line benennt die Versionen inzwischen nach dem Jahr, die aktuelle heißt FL Studio 2026.

Was kann es alles?

FL Studio funktioniert auf seine eigene Art. Das ganze Programm baut auf der Einfachheit eines Step-Sequencers auf. Es war jahrzehntelang die Lieblingssoftware von Underground-Producern und nutzte Step-Sequencing, lange bevor das angesagt war.

Die aktuellen Versionen haben wenig mit der ersten gemein, aber vieles von dem, was es früher so gut machte, ist geblieben.

Es sieht gut aus, mit Farben an unerwarteten Stellen und einem praktischen Plugin-Browser mit Vorschaubildern, der dir hilft, den richtigen Effekt oder das richtige Instrument zu finden. Und davon gibt es reichlich. Von rauen Synths über weiche Pads bis zu Drumcomputern und Samplern: In den größeren Editionen steckt mehr als in den meisten anderen DAWs. Vor allem für Dance und Hip-Hop hast du alles an Bord.

Sieh dir ein Video über FL Studio an:

In den letzten Jahren hat FL Studio die Audioseite stark ausgebaut. Der Mixer ist mit mehr Routing-Möglichkeiten immer besser geworden. Die Playlist kennt keine festen Spurtypen und lässt sich komplett anpassen. Du kannst Audio als lineare Aufnahme, als Clips, Loops oder One-Shots behandeln. Das Programm zwingt dir weniger Struktur auf als andere DAWs und lässt dich Audio und MIDI anordnen, wie du willst.

FL Studio hat vielleicht nicht alle fortgeschrittenen Aufnahmewerkzeuge von Cubase oder Studio One, lädt aber zum Experimentieren ein. Mehr über das Programm liest du in unserem Artikel über FL Studio als DAW.

Achtung bei der Fruity Edition

Die günstigste Edition, die Fruity Edition, kann kein Audio aufnehmen und keine Audioclips in die Playlist legen. Für Beats und MIDI ist das kein Problem, aber willst du Gesang oder Gitarre aufnehmen, brauchst du mindestens die Producer Edition. Image-Line empfiehlt sie auch selbst als Einstieg.

Kurz gesagt

FL Studio ist bei Veteranen und Neulingen beliebt. Es ist zuverlässig und gilt in der elektronischen Szene als die schnellste DAW, um Ideen auszuarbeiten. Das ist ein großer Vorteil in einer Welt voller komplizierter Oberflächen.

Die mitgelieferten Plugins reichen von solide bis hervorragend, aber willst du alle Instrumente und Effekte, zahlst du für die größeren Editionen ordentlich. Dafür gibt es etwas Besonderes: kostenlose lebenslange Updates für deine Edition.

Die Fruity Edition beginnt bei 99 Dollar. Darüber liegen die Producer Edition, das Signature Bundle und die All Plugins Edition. Du kannst auch in zwölf Monatsraten zahlen, danach gehört das Programm dir.

4: Logic Pro

Logic Pro gibt es nur für den Mac und seit 2023 auch für das iPad. Bist du Apple-Nutzer, kommt beim Preis-Leistungs-Verhältnis kaum eine DAW heran. MIDI- und Audioarbeit gehen leicht von der Hand, und die eingebauten Plugins sind zahlreich und hervorragend. Viele bekannte Producer sind mit den Standardplugins von Logic sehr weit gekommen.

Das Programm heißt seit ein paar Jahren schlicht Logic Pro, ohne das X. Die aktuelle Version ist Logic Pro 12, seit Januar 2026. Neuere Versionen haben mehr loopbasierte Funktionen für Hip-Hop- und Elektronikmusiker, etwa Live Loops, und legen mehr Wert auf Liveauftritte, wofür früher Ableton bekannt war.

Logic Pro DAW
Logic Pro

Von GarageBand (siehe unten) ist der Umstieg einfach, und es gibt nur eine Logic-Edition mit allem drin. Du musst also keine Zeit mit dem Vergleich von Editionen verschwenden.

Was kann es alles?

Logic ist stark bei Audio und MIDI und praktisch, um Ideen für Songs und Kompositionen auszuarbeiten. Für MIDI-Arbeit ist es zum Beispiel deutlich angenehmer als Pro Tools.

Arbeitest du schon mit GarageBand, ist der Wechsel zu Logic ein Kinderspiel, denn Apple hat beide Programme nach demselben Prinzip aufgebaut.

Seit Logic Pro 11 gibt es Session Players: virtuelle Drummer, Bassisten und Keyboarder, die zu deinem Akkordschema mitspielen. Dazu kommt Stem Splitter, der Gesang, Drums, Bass und andere Instrumente aus einem fertigen Mix holt. Version 12 baut darauf auf.

Sieh dir ein Video über Logic Pro an:

Logic ist ein preiswertes Paket mit vielen Effekten, Klangbibliotheken und Instrumenten. Du zahlst einmal, und Updates über den App Store waren bisher kostenlos, auch das auf Version 12.

Arbeitest du nur auf dem Mac und willst du mehr Mix- und Mastering-Funktionen, als GarageBand bietet, ist Logic Pro die naheliegende Wahl, für Einsteiger wie für erfahrene Nutzer.

Kurz gesagt

Logic ist eine klassische DAW in dem Sinne, dass es vom Mehrspur-Aufnahmestudio ausgeht, aber es wächst und erneuert sich mit jeder Version. Du nimmst damit linear auf, baust Beats mit Patterns, bearbeitest Audio bis ins Detail und nutzt es live, und das alles macht es gut.

Du kannst so professionell arbeiten, wie du willst, zu einem Preis, den sich praktisch jeder leisten kann. Arbeitest du komplett auf dem Mac, kommt man an Logic Pro kaum vorbei.

Logic Pro kostet einmalig 229,99 Euro im Mac App Store. Seit Januar 2026 steckt es auch in Apple Creator Studio, einem Abo mit unter anderem Final Cut Pro, für 12,99 Dollar im Monat oder 129 Dollar im Jahr. Die frühere kostenlose Testphase von 90 Tagen wurde durch eine 30-tägige Testphase für Apple Creator Studio ersetzt.

Alle Infos zu Logic Pro findest du auf der Website von Apple.

5: GarageBand

Apples kostenlose DAW hat mehr dafür getan, Musikproduktion zugänglich zu machen, als fast jedes andere Programm.

Es ist auf jedem Mac, iPad und iPhone vorinstalliert, und du wirst vielleicht staunen, welche Hits damit entstanden sind.

GarageBand DAW
GarageBand

GarageBand ist ein einfaches, aber leistungsfähiges Paket für den Einstieg. Liest du das hier auf einem Mac, hast du es wahrscheinlich schon und kannst sofort loslegen.

Was kann es alles?

Was die meisten Nutzer am meisten anspricht, ist der leichte Einstieg. Du brauchst kein teures Audio-Interface und keine Studiomonitore, nicht einmal Instrumente.

Du startest das Programm und arbeitest dank der virtuellen Instrumente in ein paar Stunden einen ganzen Song aus, ohne ein Instrument anzufassen. Von Keyboards über Gitarren bis zu Drumkits ist alles dabei, inklusive virtueller Drummer, die mit dir mitspielen.

Einen kompletten, professionellen Mix zu machen ist in GarageBand mühsam.

Es gibt viele Interfaces für iPhone und iPad, mit denen du zum Beispiel eine Gitarre direkt aufnimmst. Oder du schließt Mikrofon und Interface an dein MacBook an, um Gesang aufzunehmen. Mit den mitgelieferten Effekten wie EQ, Kompression und Reverb klingt dein Track schnell ordentlich.

Die Tipps in der App sind verständlich geschrieben und helfen gut, wenn du gerade anfängst.

GarageBand ist eine gute DAW, aber du stößt an Grenzen.

Sieh dir ein Video über GarageBand an:

So sind die Mixmöglichkeiten im Vergleich zu anderen DAWs begrenzt.

Es gibt kein eigenes Mixerfenster, in dem du Pegel und Panorama einstellst, Plugins verwaltest und Aux- und Busspuren routest. Das ist verständlich, denn das Programm ist eher für Musiker als für Tontechniker gemacht. Wer einen kompletten Mix machen will, merkt das schnell.

Kurz gesagt

GarageBand war anfangs ziemlich eingeschränkt, ist nach vielen Updates aber ein gut brauchbares Programm geworden.

Es ist ideal, wenn du gerade mit dem Musikmachen anfängst, denn du brauchst wenig Theoriewissen, um Loops zu ziehen, bis dein erster Song steht.

Es wächst mit deinem Können mit, und weil es kostenlos auf deinem Apple-Gerät ist, kostet Ausprobieren nichts. Willst du ernster einsteigen, ist der Wechsel zu Logic Pro selbstverständlich: Logic öffnet deine GarageBand-Projekte einfach.

GarageBand lädst du kostenlos im App Store herunter.

Welche DAW passt zu dir?

Arbeitest du unter Windows und willst für wenig Geld eine komplette DAW, ist REAPER die sicherste Wahl. Machst du vor allem Beats und elektronische Musik, schau dir FL Studio an, und dann mindestens die Producer Edition. Auf dem Mac fängst du kostenlos mit GarageBand an und steigst auf Logic Pro um, sobald du an Grenzen stößt. Warst du an das kostenlose Cakewalk gewöhnt, ist Sonar mit BandLab Membership der Nachfolger, aber REAPER ist günstiger, wenn du dich nicht an ein Abo binden willst.

Das ist nur eine Auswahl der meistgenutzten Musiksoftware. Es gibt noch viele mehr, etwa Bitwig Studio und Reason. Dass du von mancher Software wenig hörst, heißt nicht, dass etwas damit nicht stimmt. Oft hat das mit dem Marketingbudget zu tun oder damit, dass ein Programm sich auf ein paar Aufgaben konzentriert.