Musiksoftware

iZotope Photon trennt Stems und entrauscht, lokal auf deiner GPU

iZotope Photon trennt Mixe, Drums und Stimmen und entfernt Rauschen mit lokalen KI-Modellen. Das kostet es, und das sind die Haken.

Produktbild von iZotope Photon, Software für Stemtrennung und Rauschentfernung
Foto: iZotope

iZotope hat seit Juli einen neuen Eigentümer, und jetzt erscheint das erste Produkt unter dessen Flagge. Photon ist eine eigenständige App und ARA-Plugin, das Mixe in Stems aufteilt und verrauschte Aufnahmen aufräumt. Laut MusicRadar ist es der erste Software-Release, seit Boris FX die Firma übernommen hat, nachdem Native Instruments an InMusic verkauft wurde.

Bemerkenswert: Es ist auch das erste iZotope-Programm, das sich komplett um Stemtrennung dreht. RX konnte das mit Music Rebalance schon seit Jahren, aber nur als Nebenfunktion in einem viel größeren Paket.

Produktbild von iZotope Photon, Software für Stemtrennung und Rauschentfernung
Foto: iZotope
Produktbild von iZotope Photon, Software für Stemtrennung und Rauschentfernung
Foto: iZotope

Zwölf Modelle, keine Cloud

Photon hat laut iZotope zwölf selbst trainierte Modelle, die alle lokal auf deiner GPU laufen. Dein Audio wandert also nicht auf einen Server, und wer mit Kundenmaterial arbeitet, für den ist das kein Detail. Sonic State und Sound On Sound zählen übrigens elf.

Die Modelle, die für Musiker am interessantesten sind:

  • Music - 4 Stems Ultra: Voice, Drums, Bass und Other, plus das schnellere normale Music 4 Stems
  • Drums - 5 Stems: Kick, Snare, Hi-Hat, Toms und Cymbals
  • Voice Separator: bis zu sechs Stimmen aus einer Datei
  • Cinema - 4 Stems: Dialog, Musik, Effekte und Rest

Dazu kommen sechs Denoise-Modelle, von Voice Restore bis Outdoor Wind. Die zielen vor allem auf Video- und Podcast-Leute. Video schreibt Photon im Originalformat zurück, Audio geht als WAV, FLAC oder MP3 raus. Neue Modelle holst du dir über einen Model Manager, ganz ohne Neuinstallation.

Die Haken

Am Mac brauchst du Apple Silicon und macOS 14, Intel-Macs fallen raus. Unter Windows verlangt Photon eine GPU mit mindestens 4 GB VRAM. Und es ist wirklich ARA: Laut Production Expert gibt es kein normales VST3- oder AU-Insert. Deine Host-Software muss ARA2 unterstützen, etwa Pro Tools, Cubase, LUNA, Sequoia, Samplitude oder REAPER. Ableton-Nutzern bleibt nur die eigenständige App.

Ob die Trennung auch sauber klappt, wenn sich Stimmen überlappen, traut sich noch niemand zu sagen. Reviews gibt es noch keine.

Was es kostet

Photon kostet 349 Dollar, mit einem Einführungspreis von 259 Dollar bis zum 7. Dezember. In Großbritannien sind das 246,75 Pfund statt 329 Pfund, einen Euro-Preis gibt es noch nicht. Laut MusicRadar kannst du auch mieten, für 19 Dollar im Monat oder 119 im Jahr, über Boris FX. Wer RX Advanced besitzt, zahlt laut Production Expert zum Launch 49 Dollar für ein Crossgrade.

Die Konkurrenz schläft nicht. SpectraLayers Pro 12 kostet ungefähr dasselbe und bringt einen vollständigen Spektraleditor mit. Logic Pro und Pro Tools haben inzwischen einen eingebauten Stem-Splitter. Wer nur ab und zu eine Gesangsspur aus einem Mix holen will, schaut also besser erst mal nach, was in der eigenen DAW schon steckt.

Für Besitzer von RX Advanced mit viel Multitrack-Arbeit ist das Crossgrade für 49 Dollar die interessanteste Zeile des Launches.