Musiksoftware

Splice baut eine eigene DAW mit integriertem Sample-Katalog

Splice startet mit Create eine eigene DAW als Beta für Mac, mit Sample-Katalog in der Timeline und einem Assistenten für Sprache und Text.

Assistenzfenster von Splice Create mit der Anfrage nach einem verträumten, atmosphärischen Pad.
Splice Create Assistenzleiste mit Synthesizer-Anfrage. Foto: Splice

Splice sagt, dass Create dir beim Arbeiten das Produzieren beibringt. Klingt gut, ist vorerst aber eine Beta, die nur auf dem Mac läuft und erst mit Abo etwas exportiert.

Splice, bisher vor allem für die Sample-Bibliothek bekannt, hat damit eine eigene DAW. Seit dem 5. November steht die App für macOS 12 und neuer bereit. Windows und eine Webversion sind angekündigt, ein Releasedatum gibt es nicht.

Das Wichtigste: Der Katalog steckt direkt in der Timeline. Du suchst Samples, ohne in den Browser zu wechseln, und sie passen sich an Tempo und Tonhöhe deines Projekts an. Du kannst sie ohne Lizenz ausprobieren, sie kommen als MP3-Preview rein. Für den Export musst du sie nachlizenzieren, sonst herrscht Stille in deinem Bounce.

Assist und Point

Viele Bereiche steuerst du per Sprache oder Text. Du bittest Assist, Drums zu gruppieren, Tracks zu benennen, einen Effekt hinzuzufügen oder Kick und Bass zu sidechainen. Im Point-Modus zeigt dir ein Zeiger Schritt für Schritt den Weg durch die Oberfläche, praktisch, wenn du einen Workflow noch nicht kennst.

Arrangement-Ansicht von Splice Create mit Spuren und Tooltip „Select the track“ bei Drums.
Splice Create Spurenansicht mit Tracknamen und Tooltip. Foto: Splice

Assist generiert laut Splice keine neuen Sounds. Es durchsucht den Katalog, schreibt MIDI-Patterns und arbeitet mit Variations, das Ergebnis landet als editierbares Audio im Projekt. Splice trainiert nur mit lizenzierten Daten aus dem eigenen Katalog und nicht mit Musik, die Nutzer in Create machen. Das ist eine vernünftige Linie, jetzt, wo das Thema KI in der Musik so heikel ist. Wie gut es in der Praxis funktioniert, muss die Beta erst noch zeigen.

Was sonst noch drinsteckt

Es gibt fünf Instrumente: Sampler, Drum Rack, einen neuen subtraktiven Synth mit zwei Oszillatoren, Splice INSTRUMENT und Astra. Dazu kommen 38 integrierte Effekte. Du kannst eigene VSTs und Sample-Ordner nutzen, und bei der Installation wählst du ein Shortcut-Preset von Ableton, Logic, Bitwig oder Pro Tools. Fertige Arbeit exportierst du als WAV-Stems oder öffnest sie als Session in Ableton Live.

Exportfenster von Splice Create mit Mixdown- und Stems-Optionen, WAV- oder MP3-Format, Bittiefe.
Splice Create Exportfenster mit Mixdown und Stems. Foto: Splice

Bei der Tiefe kann Create zum Start nicht mit Live oder Logic Pro mithalten. Das erwartet bei einer ersten Beta auch niemand. Die Stärke liegt bei allen, die ohnehin schon mit Splice-Samples arbeiten.

Create kannst du kostenlos über die Splice-Website herunterladen. Für Export und die Nutzung von Splice-Samples brauchst du ein Abo: Creator, Creator+ oder Create Pro. Create Pro kostet 9,99 Dollar pro Monat, ein zeitlich begrenzter Einführungspreis. Der reguläre Tarif nach der Einführungsphase ist noch nicht bekannt.