RØDE Wireless PRO im Test: Funkmikrofon-Set mit 32-Bit-Float, Timecode und 260 Metern Reichweite
RØDE hat schon viel im Programm für Studio, Podcast, Bühne und Video. Jetzt kommt das Wireless PRO: ein Funkmikrofon-Set mit 32-Bit-Float-Aufnahme, Timecode und 260 Metern Reichweite. Wir verraten, was es kann und wo es schwächelt.
Dieser Beitrag ist von 2023 und vielleicht nicht mehr ganz aktuell.

RØDE hat bereits ein breites Angebot für Tonstudios, Podcaster, mobile Content Creator, Bühnen und Videofilmer. Jetzt hat die Marke das Wireless PRO vorgestellt: ein Funkmikrofon-Set für Videoaufnahmen, vom Amateur bis zum Profi, das vielversprechend aussieht.
Was steckt in der Box?
Das ansprechend verpackte RØDE Wireless PRO-System enthält zwei Sender, einen Empfänger und einiges an Zubehör. Da die Sender ein eingebautes Mikrofon haben, kannst du sie direkt magnetisch an deinem Shirt befestigen oder anklemmen. Neu ist das Ladecase, das alle Geräte auflädt und gleichzeitig mit deinem Computer verbindet. So passt du Einstellungen leichter an und lädst Audiodateien herunter.

Außerdem werden zwei speziell entwickelte Lavalier-Mikrofone mitgeliefert, die seitlich am Sender befestigt werden. RØDE sagt, dass dieses Design flach auf deinem Shirt aufliegt, in der Praxis sitzt es aber nicht ganz stabil, und das Mikrofon kann sich ungewollt drehen. Zum Glück gibt es jetzt eine Schraubsicherung, mit der du die Verbindung zu den Sendern sichern kannst. Die Lavs passen gut und werden mit einem Schaumstoff-Windschutz und einem Deadcat für windige Bedingungen geliefert. Sie können trotzdem abfallen, sei also darauf vorbereitet.
Die Highlights
- 32-Bit-Float-Modus für Aufnahmen ohne Clipping
- Automatisch erzeugter Timecode für einfache Synchronisation
- GainAssist für automatische Lautstärkeregelung
- Zwei Sender, ein Empfänger und ein Ladecase im Lieferumfang
- 260 Meter Reichweite und praktisch keine Latenz
- Sieben Stunden Akkulaufzeit
Was macht das RØDE Wireless PRO zum Profi?
Bei Content Creatorn sind die Bundles aus RØDE Wireless ME und Wireless GO II sehr beliebt. Diese kabellosen Ansteckmikrofone sind vor allem unterwegs praktisch, dank ihrer einfachen Einrichtung, der guten Aufnahmequalität und der langen Akkulaufzeit.
RØDE hat die Konkurrenz aber nicht aus den Augen verloren. Die MicTrak-Serie kleiner Field Recorder von Zoom bietet schon länger 32-Bit-Float-Aufnahme. Jetzt bringt das RØDE Wireless PRO 32-Bit-Float ins RØDE-Ökosystem.
Außerdem erzeugt der Empfänger der neuen Serie auf Wunsch automatisch Timecode während der Aufnahme. Dadurch können Schnittprogramme wie Adobe Premiere Pro oder DaVinci Resolve die Aufnahme automatisch mit dem Bildmaterial synchronisieren.
Klangqualität
Schön, dass die mitgelieferten Lavs und das interne Mikrofon überraschend ähnlich klingen. Auch neben anderen Mikrofonen schlägt sich das RØDE Wireless PRO gut. Die Mikrofone klingen zum Beispiel auffallend ähnlich wie das teure Sennheiser MKE 2.
Die 32-Bit-Float-Aufnahme des RØDE Wireless PRO ist eine seiner besten Eigenschaften.
Die meisten Einstellungen nimmst du direkt am Empfänger vor, für manche Änderungen brauchst du aber die RØDE Central-App auf deinem Computer. Die Bedienung des Empfängers mit zwei Tasten ist deutlich umständlicher als die App. Schön wäre es gewesen, wenn RØDE wie der Konkurrent DJI einen Touchscreen eingebaut hätte, damit du alles ohne zusätzliches Gerät einstellen kannst.
Sieh dir ein Video zum Wireless PRO an:
Gain-Regelung
GainAssist, die RØDE-Technologie zur Gain-Regelung, stellst du für jedes der beiden Mikrofone separat ein. Du kannst aus drei Modi wählen:
- Manuell: Ist GainAssist ausgeschaltet, passt du den Gain selbst an, in Schritten von 1 dB, von 0 bis 30 dB.
- Automatisch: Ist dein Ton bei einem Interview nicht gleichmäßig, wähle das automatische GainAssist.
- Dynamisch: Dieser Modus behält einen größeren Dynamikumfang bei und hält den Ton trotzdem einigermaßen ausgewogen. Nutze ihn in Umgebungen, die sich besser kontrollieren lassen.

32-Bit-Float-Aufnahme
Es würde mich nicht wundern, wenn in ein paar Jahren fast jeder mit einer Bittiefe von 32 Bit Float aufnimmt. Der Vorteil ist klar: Aufnahmen mit dieser Bittiefe clippen praktisch nie. Eine Aufnahme kann also nicht dadurch ruiniert werden, dass jemand plötzlich lauter spricht oder der Hintergrundlärm zunimmt.
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Universal Audio stellt neue Mikrofonlinie vor
Diese Möglichkeit gibt es jetzt auch beim RØDE Wireless PRO. Beachte aber, dass du in diesem Modus nicht direkt über den Audioeingang deiner Kamera oder deines Smartphones aufnehmen kannst. Es funktioniert nur mit der internen Aufnahme auf den Sendern. Platz ist genug: Jeder Sender kann bis zu 40 Stunden aufnehmen!
Aufgenommen wird mit dem angeschlossenen Lavalier-Mikrofon oder mit dem eingebauten Mikrofon des Senders mit Kugelcharakteristik. GainAssist ist nicht verfügbar, wenn du 32-Bit nutzt.
Stabiles Funksignal bis 260 Meter
Kabellos ist nicht so praktisch, wenn das Signal schon abreißt, sobald du eine Kabellänge weiter weg stehst. Mit dem RØDE Wireless PRO bist du bis zu 260 Meter auf der sicheren Seite. Das RØDE Wireless GO schafft 70 Meter und das Wireless GO II 200 Meter. Ein ordentlicher Fortschritt also!

Spare Zeit mit Timecode
Mit Timecode verspricht das RØDE Wireless PRO eine reibungslose Synchronisation von Ton und Bild. Kein Klappen mehr am Anfang jeder Aufnahme und keine endlose Frustration im Schnitt, wenn du es doch vergisst. Dank der neuen Timecode-Funktion sieht deine Schnittsoftware automatisch, wo du deine Aufnahmen mit dem Bildmaterial synchronisieren musst.
Fazit
Das RØDE Wireless PRO bietet für einen vernünftigen Preis überraschend viele Möglichkeiten. Für alle Arten von Content Creatorn machen die Klangqualität, die Reichweite, die 32-Bit-Float-Aufnahme und die GainAssist-Einstellungen es zu einer logischen Wahl. Trotzdem gibt es ein paar Punkte, die du beachten solltest, etwa die abweichende Form der Lavaliers, die zweifelhafte Qualität des Windschutzes und die deutlich größeren Abmessungen im Vergleich zum System von DJI.
Preis und Verfügbarkeit
Das Wireless PRO ist bei den bekannten Musikhändlern erhältlich. Die Preise liegen derzeit recht weit auseinander, von 400 bis 500 Euro.


