Waldorf Crema gießt die Streichfett in ein digitales Gewand
Der Waldorf Crema ist ein kompakter String- und Pad-Synth mit zwei Engines und Shimmer-Reverb. Was er kann, was er kostet und wie er zur Streichfett steht.

Die Streichfett war immer ein bisschen ein Einzelgänger. Eine kompakte String Machine, die genau eine Sache richtig gut konnte. Mit der Crema macht Waldorf daraus ein komplettes Instrument, und der Preis liegt bei 345,45 Euro.
Laut Sound On Sound ist die Crema seit dem 1. November erhältlich. Sie ist ein neues Modell in der kompakten Linie neben dem Protein. Waldorf präsentiert sie nicht als Nachfolger der Streichfett, aber das Konzept stammt klar von dort.
Zwei Engines in einem Kästchen
Die Crema hat zwei Engines, die nebeneinander laufen. Texture bietet 24 Klangtypen auf Basis von Strings, Wavetables und FM. Laut Sound On Sound stecken darin 17 Waldorf-Wavetables, die du mit dem Variation-Regler durchschaltest, dazu sechs FM-Typen mit zwölf Stimmen Polyphonie. Synth and Software schreibt, die Strings seien die voll polyphone originale Streichfett.
Lines ist die Virtual-Analog-Seite: acht Stimmen, zwei verstimmbare Oszillatoren mit Pulse oder Saw und Modulation wie Stereo-Tremolo, Vibrato und PWM. Jede Engine bekommt einen eigenen MIDI-Kanal, du kannst also ein Pad und einen Lead getrennt ansteuern. MPE wird ebenfalls unterstützt, und das siehst du in dieser Preisklasse nicht oft.
Dann die Effekte. Es gibt zwei Prozessoren, die du seriell oder parallel schaltest. Laut Synth and Software bietet der erste Chorus, Flanger, Phaser, Tremolo, Drive und Delay, der zweite ist ein Reverb mit optionalem Shimmer. Ein String Synth mit Shimmer-Reverb dahinter: Waldorf weiß sehr genau, wer das kaufen wird. Außerdem gibt es einen Arpeggiator und einen Step-Sequencer, beide mit externem Takt synchronisierbar, und einen Flavour-Regler für kleine Variationen bei Tonhöhe und Wellenform-Position.
Klein, aber mit den bekannten Einschränkungen
Die Crema wiegt 0,9 Kilo und misst 252 mal 170 mal 48 Millimeter. Die Stromversorgung läuft über USB-C, MIDI geht über USB oder Mini-TRS, dazu gibt es Stereo-Ausgänge und einen Kopfhörerausgang. Über 130 Werksklänge sind an Bord, und es gibt Platz für 360 Presets. Die verwaltest du mit der Chutney Librarian, die laut Synth and Software kostenlos ist.
Unabhängige Reviews gibt es noch nicht. Wie Texture und Lines zusammen klingen, weißt du also erst, wenn die ersten Demos und Tests erscheinen. Auf dem Papier bekommst du für 345,45 Euro deutlich mehr als einen Streichfett-Klon. Hast du schon eine Streichfett und willst nur Strings, liegt der Unterschied vor allem in den Effekten und der VA-Engine. Stehst du mehr auf die großen Waldorfs, wirf mal einen Blick auf die Iridium Tastatur mit polyfonem Aftertouch. Die kostet allerdings ein ganzes Stück mehr.


